ImmoAnalyst richtig nutzen: Vom Inserat zur Kaufentscheidung
ImmoAnalyst richtig nutzen – von vielen Inseraten zur belastbaren Kaufentscheidung
Immobilieninserate sind selten ehrlich – und fast nie vergleichbar. ImmoAnalyst ist kein reiner Rechner, sondern ein Entscheidungssystem: Du prüfst Objekte unter gleichen Annahmen, spielst Szenarien durch und reduzierst viele Inserate auf wenige echte Kandidaten.
Dieser Guide zeigt dir nicht alle Funktionen, sondern den effizientesten Entscheidungs-Workflow – vom ersten Inserat bis zur fundierten Kaufentscheidung.
Grundprinzip: Nicht rechnen, sondern aussortieren
Die wichtigste Aufgabe ist nicht, eine Rendite möglichst exakt auszurechnen. Die wichtigste Aufgabe ist, den Großteil der ungeeigneten Objekte früh zu verwerfen.
ImmoAnalyst ist genau dafür gebaut: systematisch schwache Objekte aussortieren, starke Kandidaten übrig lassen.
Schritt 1: Inserat rein – sofort strukturierte Realität
Du startest im Dashboard und wandelst Marketing-Text in strukturierte Daten um.
- Dashboard öffnen, Inserat einfügen und Analyse starten
- Vollständigen Text aus ImmoScout oder Immowelt einfügen
- Die Analyse startet automatisch – ohne Setup und ohne Formular
- Kein Kontextverlust: Du bleibst im Flow vom Inserat direkt in die Analyse
Ziel: Aus Marketing-Text werden belastbare, einheitliche Objektdaten.
Schritt 2: Erste Entscheidung – Substanz prüfen, nicht rechnen
In der Tabelle für Objektdaten und Ausstattung triffst du die erste, binäre Entscheidung: passt die Substanz oder nicht?
Ausschlusskriterien – sofort raus
- Erbbaurecht mit kurzer Restlaufzeit
- Schlechte Energieklasse in Kombination mit fossiler Einzelheizung
- Unrealistische Wohnfläche oder Grundriss
- Lage, die die von dir angestrebte Zielmiete nicht trägt
Nur wenn Substanz, Lage und Rahmenbedingungen passen, lohnt sich der Blick auf Wirtschaftlichkeit und Rendite.
Regel: Wer hier weiterrechnet, obwohl Bauchgefühl und Daten klar dagegen sprechen, verschwendet Zeit.
Schritt 3: Finanzierung als Szenario – nicht als Fixwert
In der Finanzierungstabelle arbeitest du mit Annahmen, nicht mit vermeintlich „richtigen“ Werten. Die Finanzierung ist ein Szenario, das du bewusst steuerst.
Was du hier einstellst
- Zins, Tilgung und Zinsbindung realistisch setzen
- Kaufnebenkosten transparent machen
- Monatliche Rate in Zins- und Tilgungsanteil aufschlüsseln
Wichtige Zusammenhänge
- Hohe Tilgung bedeutet mehr Vermögensaufbau, aber oft schlechteren Cashflow.
- Niedrige Tilgung verbessert den Cashflow, erhöht aber dein Risiko.
- Längere Zinsbindung bringt Sicherheit, nicht automatisch mehr Rendite.
Ziel: Du verstehst deine tatsächliche Belastung und rechnest nicht schön.
Schritt 4: Wirtschaftlichkeit unter realistischen Annahmen
In der Tabelle für Cashflow und Rentabilität arbeitest du mit Soll-Werten, nicht mit Inseratsfantasien.
- Marktmiete pro Quadratmeter plausibilisieren, statt blind die Angebotsmiete zu übernehmen
- Nicht umlagefähige Kosten realistisch und eher vorsichtig ansetzen
- Ist-Werte nur als Referenz betrachten, nicht als Zielzustand
Der Entscheidungs-Korridor
ImmoAnalyst zeigt dir Ist-Werte, Soll-Werte und einen realistischen Schwankungsbereich. Wenn ein Objekt nur im absoluten Best-Case funktioniert, ist es kein solides Investment.
Schritt 5: Speichern – Szenarien konservieren
Beim Speichern sicherst du den kompletten Analysezustand. So bleiben alle Annahmen und Varianten sauber nachvollziehbar.
- Alle Annahmen zur Finanzierung und Marktmiete
- Alle Anpassungen an Kosten, Mieten und Parametern
- Alle durchgespielten Szenarien pro Objekt
Vergleiche funktionieren nur, wenn du mit identischen Annahmen arbeitest – darum ist Speichern so wichtig.
Empfohlene Ordnerstruktur
- Neu oder ungeprüft
- Wirtschaftlich interessant
- Raus (zum Beispiel wegen Energie, Preis oder Risiko)
- Verhandlung
- Shortlist
Schritt 6: Inseratbibliothek – systematisch reduzieren
In der Inseratbibliothek arbeitest du nicht mehr mit Texten, sondern mit Kennzahlen und Filtern.
Typisches Vorgehen
- Nach Cashflow oder Eigenkapitalrendite sortieren
- Objekte mit kritischer Energie oder Heizung herausfiltern
- Zu teure Objekte als Verhandlungskandidaten markieren
- Nur die besten Kandidaten in den Vergleich übernehmen
Ziel: Aus vielen Inseraten werden wenige ernsthafte Optionen.
Schritt 7: Vergleich – gleiche Spielregeln für alle
Im Vergleichsmodul setzt du globale Szenarien, damit alle Objekte fair bewertet werden.
- Gleicher Zinssatz für alle Objekte
- Gleiches Eigenkapitalniveau
- Gleiche Zinsbindung
Individuelle Anpassungen nimmst du nur vor, wenn sie objektiv begründet sind, zum Beispiel:
- Preisnachlass nach Verhandlung
- Angepasste Marktmiete wegen Lage oder Zustand
- Besondere, objektbezogene Kosten
Ergebnis: eine echte Rangfolge statt eines Bauchgefühls.
Schritt 8: Detailansicht – Szenarien durchspielen
In der Detailansicht spielst du die letzten, entscheidenden Szenarien durch. Alle Änderungen werden dabei sauber mitgetrackt.
Was du hier testest
- Wie sich der Kaufpreis bei einem Abschlag von fünf bis zehn Prozent auswirkt
- Was passiert, wenn du mehr oder weniger Eigenkapital einsetzt
- Welche Folgen eine kürzere oder längere Zinsbindung hat
- Wie sich finanzierte Kaufnebenkosten auf Rendite und Cashflow auswirken
Du siehst nicht nur, dass ein Objekt gut oder schlecht ist, sondern auch, warum es sich verändert.
Schritt 9: Konfiguration – konstante Qualität
Wenn du regelmäßig suchst, lohnt sich eine saubere Grundkonfiguration. So startest du jede neue Analyse mit realistischen Werten.
- Bewirtschaftungskosten einmal sauber und konservativ einstellen
- Marktmieten nach Region, Stadt oder Lageklasse pflegen
- Standard-Finanzierung mit typischem Zins, Tilgung, Zinsbindung und Eigenkapital definieren
Neue Analysen basieren dann sofort auf deinem Profil, statt jedes Mal bei null zu beginnen.
Schritt 10: Export und Entscheidung
Wenn ein Objekt wirklich in Frage kommt, brauchst du eine saubere, nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage.
- Excel-Export für Bank, Berater oder Partner nutzen
- Analysen als Link teilen, statt Screenshots zu verschicken
So argumentierst du mit Zahlen, Szenarien und Transparenz – nicht mit einem vagen Bauchgefühl.
Fazit: Filter- und Szenariensystem statt Schönrechner
ImmoAnalyst ist kein Tool zum Schönrechnen, sondern ein Filter- und Szenariensystem. Es hilft dir, schneller klare Entscheidungen zu treffen und Risiken sichtbar zu machen.
- Du sagst schneller Nein zu ungeeigneten Objekten.
- Du vergleichst Kandidaten fair auf Basis identischer Annahmen.
- Du erkennst Risiken und Stellschrauben frühzeitig.
- Du kannst deine Entscheidung gegenüber Bank, Partnern oder dir selbst begründen.
Wenn ein Objekt nur unter perfekten Annahmen funktioniert, zeigt dir ImmoAnalyst genau das – und genau dafür ist das System gemacht.